■ Warum wir oft an die falsche Person geraten - Teil 1 -

Viele rennen oft den falschen Personen oder Dingen im Leben hinterher und wundern sich dann, dass sie dadurch eine schlechte Zeit erleben. Warum wir oft an Personen geraten die uns nicht gut tun und was einer jungen Frau passiert ist, als sie sich gegen ihre Vernunft entschieden hat und weiter dem Falschem hinterher gerannt ist, möchte ich im heutigen, ersten Teil meines neuen Artikels, aufzeigen.

Traurige Frau die ihren Kummer beweint. Warum geraten wir oft an die falsche Person?

 Beim durchstöbern meiner Social-Media-Gruppen, entdeckte ich den Beitrag einer jungen Frau, die sich mit ihrem Problem an die anderen Mitglieder wendete. Sie gestattete mit netterweise, ihre Geschichte in einem Artikel wiederzugeben und mich damit auseinander zu setzten.

 

■ Hat es spirituelle Gründe oder war es einfach Pech?

 Die junge Mutter berichtete das sie mit ihrem damaligen Mann, mehrere Jahre versucht hat ein Kind zu bekommen. Als es dann endlich funktioniert hat und sie ihm mitteilte das sie schwanger sei, war die Freude scheinbar nicht sehr groß. Denn er verließ sie darauf hin. Als wenn das nicht schon bitter genug war, kam noch die Tatsache hinzu, dass er sie hängen lässt, obwohl sie ihm trotz einiger Probleme stets beigestanden hatte. Sie berichtet das sie ein paar Monate vor der Geburt ihres Kindes, herausfand, das ihr jetziger Ex-Mann, schon seit einigen Jahren einer Sucht verfallen war. Sie wollte ihm helfen und weiterhin zur Seite stehen. Dieses Vorhaben wurde ihr aber nahezu unmöglich gemacht.

 

Sie hatte sich über sein Krankheitsbild informiert und eingesehen das diese Beziehung sehr viel Kraft kosten würde. Außerdem gab es immer wieder Ärger mit seiner Familie, die die werdende Mutter nicht gerade gut behandelte.

 

Stress mit der Familie und dann noch der Mann der selbst mit seinem eigenen Leben nicht klar kam und sie immer wieder belogen hatte, waren einfach zu viel. Sie wollte daher das einzig Richtige in dieser Situation tun und ihn verlassen. Doch jeder habe ihr davon abgeraten. Ganz nach dem Motto: „Wenn ihr das gemeinsam durchsteht, wird euch nichts mehr trennen können und ihr werdet die perfekte Ehe führen.“

 

(Ab wann man eine Beziehung beenden sollte, habe ich bereits in meinem Artikel „Beziehung beenden oder reparieren ?“ erläutert.)

 

■ Dem Falschen hinterher rennen bis er zum Richtigen wird? Klingt sehr erfolgversprechend, oder?

 Ab hier konnte ich nur noch mit dem Kopf schütteln, wie irrational die meisten Menschen denken müssen, um solche „Ratschläge“ zu geben. Wie gut dieser Ratschlag war, dem Falschem weiter hinterher zu rennen, hat sich schon kurz darauf gezeigt.

 

Nicht nur das er seine schwangere Frau hat sitzen lassen, es kam zusätzlich noch heraus, dass er seit dem vorhergehenden Jahr fremdging und mit dieser anderen Frau quasi parallel noch zwei Kinder gezeugt hat. Diese leben nun alle „glücklich und zufrieden“ zusammen. (Ob diese andere Frau überhaupt weiß, dass er nebenbei noch verheiratet war?)

 

Nun endlich zog die Fragestellerin die Reißleine und ließ sich kurz nach der Geburt des gemeinsamen Kindes, von ihrem Mann scheiden. Unterhalt will er natürlich nicht zahlen, dafür aber auf „Kommando“ sein Kind sehen.

 

Die junge Mutter steht somit nun in dem Scherbenhaufen ihrer Ehe, dessen Splitter nach wie vor schmerzen und bei ihr die Frage aufkommen lässt, warum ihr so etwas passiert ist.

 

■ Wo liegen die Ursachen für dieses Schlamassel ?

 Wir Menschen neigen gerne dazu die Fehler bei anderen zu suchen. Oder das ganze zwar auf uns zurückzuführen, es dann aber mit Schicksal, Karma oder sonst irgendwie spirituell zu begründen.

 

Daher hat die Fragestellerin auch begonnen viele Bücher zu diesen Themen zu lesen, ohne wirklich Hilfe gefunden zu haben. Sonst hätte sie sich ja nicht noch extra an die Gruppe gewendet. Sie las Ratschläge wie, das man erst einmal sich selbst von negativen Dingen, die in der eigenen Kindheit passiert sind, heilen muss. Das ist auch grundsätzlich richtig, nur hatte die junge Frau eine super, tolle Kindheit und ihr fällt nichts schlechtes ein, was sie heilen bzw. verarbeiten müsste.

 

Ohne jetzt andere Bücher schlecht machen zu wollen oder überheblich zu werden, so wäre es aber scheinbar besser gewesen, wenn sie mein E-Book, „Ich bin Single, na und?“, gelesen hätte. Denn genau diese Problematik des „dem Flaschen hinterher rennen“, habe ich im Unterkapitel 3.8. „Was ist falsch? Was ist richtig?“, ab Seite 79, ausführlich behandelt.

 

Die Antwort auf ihre Fragen sind nämlich sehr viel einfacher und klarer. Zumal jedem Leser, der diesen Artikel bis hier hin aufmerksam gelesen hat, schon die Antwort für das „warum“ im Kopf haben müsste. Die Fragestellerin hat nämlich schon so ziemlich am Anfang, selbst die Antwort darauf gegeben. Aber dazu komme ich noch.

 

Was sie aber durch die Bücher richtig erkannt hat, ist, das sie natürlich an sich arbeiten solle, damit sie in Zukunft bessere Entscheidungen treffen kann und schon vorzeitig erkennt, wann etwas nicht gut für sie ist, wann sie etwas oder jemand Falschem hinterher läuft.

 

■ Brauchbare Antworten sind selten

 Bevor wir nun zu meiner Antwort kommen, möchte ich einmal kurz ein paar Antworten vereinzelter Gruppenmitglieder nennen und kurz kommentieren.

 

Den größten Teil machten Antworten aus die in die spirituelle Richtung gingen. Einige meinten die Gründe lägen in ihrer eigenen Vergangenheit, obwohl die Fragestellerin bereits erwähnte das es da nichts schlechtes gäbe.

 

Oder sie solle in sich selbst gehen und die Gründe finden, die ihr ein schlechtes Karma verleihen.

 Eine Frau soll also schlechtes Karma haben und die Fehler bei sich suchen, während ihr damaliger Mann fremd ging, sie von seiner Familie schlecht behandelt und dann noch von ihm, im denkbar schlechtesten Moment, verlassen wurde ?

 

Das ist nicht nur unlogisch, das würde ich als verkehrte Welt bezeichnen. Solch eine Denkweise kann einen regelrecht verrückt machen. Soll ich jetzt auch jedes mal, wenn mir jemand nicht wohlgesonnen ist, z.B. die Verkäuferin im Supermarkt, mich unfreundlich behandelt, jedes mal in mich gehen und mich Fragen was ich jetzt schon wieder falsch gemacht habe und eine umfassende Karmaanalyse starten? Nichts gegen Selbstreflexion, diese ist wichtig, aber jeder muss auch einfach mal klar sehen und begreifen, dass uns ganz einfach, immer mal wieder, auch Mist im Leben passiert.

 

■ Nicht immer hat dies oder jenes einen bestimmten Grund oder einen tieferen Sinn.

 Es folgten noch weitere kuriose, viel zu weit gehende Antworten. Sie solle bestimmte „Seelenveträge“ auflösen usw. Und immer wieder tauchte auch der Ratschlag auf, dass es für ihr Kind ganz wichtig sei, Kontakt zum Vater zu haben.

 

Spätestens hier musste ich in die Tasten hauen, in der Hoffnung schlimmeres zu verhindern. Es gibt allen ernstes Leute, die behaupten, es sei wichtig dass das Kind, Kontakt zu seinem untreuen Vater, der sein eigenes Leben nicht im Griff hat, zu haben? Ja, ein Kind sollte sowohl eine Mutter als auch eine Vaterfigur haben. Das ist für seine Entwicklung förderlich. Aber doch nicht jemanden der selbst schwerwiegende Probleme hat.

 

Ich würde diese Leute gern einmal Fragen, ob sie ihren Kindern auch Kontakt zu Personen gestatten würden, die ganz offensichtlich einen schlechten Einfluss auf sie haben? Ich denke die Antwort ist eindeutig und muss hier nicht noch extra erwähnt werden.

 

Für Kinder sind die Eltern das aller Größte. Egal wie sich Mutter und Vater ihnen gegenüber verhalten, aus Sicht eines Kindes ist es fast immer richtig und wird sich daher gerne auch selbst angeeignet.

 

■ Distanziere dich von Menschen, die dir nicht gut tun. Egal ob du mit ihnen verwandT, verlobt oder befreundet bist.

Wie ich durch meine Arbeit in einer Kinder -und Jugendeinrichtung, stets beobachten konnte, waren die Eltern für das Kind so gut wie immer die „Besten“. Selbst wenn sie von ihnen schlecht behandelt und / oder sogar geschlagen wurden, hing das Kind trotzdem noch an ihnen und übernahm die schlechten Eigenschaften.

 

An dieser Stelle möchte ich den ersten Teil diese Artikels beenden und das geschriebene auf die Leser wirken lassen, ohne gleich meine Antwort vorgesetzt zu bekommen.

 

In diesem Sinne, macht euch erst einmal eure eigenen Gedanken und seid gespannt auf den zweiten Teil dieser kurzen Artikel-Serie.