■ Der (unerwünschte) Kinderwunsch

Heute ein Thema, auf das häufig sehr allergisch reagiert wird. Der Kinderwunsch wird von den meisten Paaren als etwas gesehen, das sich selbstverständlich im Laufe der Beziehung ergibt. Ein Kind macht ja angeblich glücklich und ist sozusagen eines der „großen Ziele“ die es im Leben zu erreichen gilt. Allerdings bedenkt kaum jemand dabei die negativen Aspekte bei dem Thema Kinderwunsch.

 

 

Ein eigens Kind in die Welt zu setzen, eine eigene kleine Familie aufzubauen und den Nachwuchs groß zu ziehen, ist der Traum vieler Frauen und Männer. Ich möchte auch gleich zu Anfang erwähnen das Kinder natürlich viel Freude in das Leben ihrer Eltern bringen können und das es eines der schönsten Zeiten sein kann, das eigene Kind aufwachsen zu sehen.

Doch ich habe es auch schon oft mitbekommen, wie die Kehrseite der Medaille aussehen kann. Es ist nämlich nicht für jeden das beste und erstrebenswerteste Ziel, ein Kind in die Welt zu setzen. Viele bedenken wichtige Punkte nicht und schon befinden sie sich im Dauerstress, werden mit ihrem eigenen Leben immer unzufriedener und landen meistens im Status der Alleinerziehenden.

Manchmal geht es auch so weit, dass jemand so sehr überfordert ist mit dem eigenen Nachwuchs, dass dieser sogar in die Obhut eines Kinderheims gegeben werden muss.

Sehr viel Drama könnte verhindert werden, wenn sich die Leute zumindest einmal folgende Punkte bzgl. des Kinderwunsches durch den Kopf gehen lassen und sich dann fragen, ob sie bereit für ein Kind sind und die anstehenden Kompromisse eingehen möchten. Denn eines wird uns oft nicht erzählt:

 

■ Kinder zu haben, ist nicht das große Glück für jeden. Man muss nicht unbedingt Kinder in die Welt setzen. Jeder sollte sein Leben so leben, wie sie/er es am besten für sich persönlich findet und nicht wie es die Gesellschaft einem vorgibt.

 

Werfen wir nun einmal einen Blick auf die folgenden Punkte:

 

■ Was man sich bei einem Kinderwunsch fragen sollte

 

Warum möchte ich ein Kind haben? Woher kommt dieser Wunsch? Ist es wirklich das, was ich möchte, oder etwas das andere von mir erwarten?

● Meine Freizeit wird sehr eingeschränkt. Ich muss auf einiges Verzichten, z.B. spontane Grillabende mit Freunden werden öfter für mich ausfallen oder der ein oder andere Abend in der Bar, Restaurant oder im Kino wird ausfallen, wenn ich niemanden finde der auf mein Kind aufpasst. Von weiten Reisen mal ganz abgesehen.

● Kenne ich meinen Partner schon lange genug, um mit ihm/ihr meinen Kinderwunsch zu erfüllen? Bin ich mir bedenkenlos sicher, dass er/sie die Person ist, mit der ich alt werden und Kinder großziehen möchte?

● Ein Kind kostet Geld. Und das nicht gerade wenig. Bin ich finanziell in der Lage für ein Kind zu sorgen?

● Bin ich beruflich bereits dort angekommen, wo ich hinwollte? Wir mein Beruf durch das Kind zu stark beeinflusst bzw. kann ich diesen Beruf dann überhaupt noch ausüben? Auch wenn es hart klingt, ein Kind bremst die eigene Karriere sehr stark aus.

 

 

Damit wären einige, wichtige Fragen aufgelistet, über die sich meist nur wenige Gedanken machen. Wer Kinder möchte, muss mit Einschränkungen rechnen. Wer auf nichts verzichten will, sollte sich gründlich überlegen, ob ein Kind in sein Leben passt.

Und eine Sache noch: Es ist nicht die Aufgabe des Kindes, die Eltern glücklich zu machen oder ihre Träume zu verwirklichen. Einige Eltern möchten, dass ihr Kind das im Leben erreicht was sie selbst nicht geschafft haben. Mutet euren Kindern bitte nicht solche verkorksten Vorstellungen zu.

 

■ Was wenn der Partner (keine) Kinder möchte?

 Eine schwierige Situation stellt sich ein, wenn in einer Beziehung der Kinderwunsch nur von einer Person kommt. Gehe hierbei keine Kompromisse ein. Wenn du noch nicht bereit für ein Kind bist bzw. gar kein Kind möchtest, dann zeuge auch keines, um es deinem Partner/deiner Partnerin recht zu machen.

Oder wenn du den Kinderwunsch hast, der aber nicht geteilt wird, dann gib deinem Partner / deiner Partnerin ruhig etwas Zeit. Schau erst einmal in welche Richtung sich eure Beziehung im Laufe der Zeit entwickelt. Es kann sich innerhalb eines Zeitraumes von einem Jahr noch einiges ändern. Vielleicht ist der Kinderwunsch dann beidseitig vorhanden. Vielleicht ist eure Beziehung zu Ende oder du selbst hast diesen Wunsch dann nicht mehr.

Grundsätzlich sollten beide die oben genannten Fragen einmal gemeinsam durchgehen und schauen, ob und wie sie weiter verfahren wollen. Seid ihr nicht einer Meinung, dann gebt euch gegenseitig mehr Zeit. Kommt ihr beide auf einen gemeinsamen Nenner, dann steht dem Kinderwunsch fast nichts mehr im Wege.

Es lässt sich wirklich viel Ärger vermeiden, wenn man sich über die genannten Punkte im Klaren ist. Also, gemeinsam hinsetzen und darüber reden. Ich wünsche alles Gute.