■ MGTOW (Men going their own way)

MGTOW (Men going their own way, zu deutsch: Männer gehen ihren eigenen Weg) ist eine, überwiegend im Internet, zu findende Community, welche teilweise ein Gegengewicht zum extremen Feminismus darstellt. Was genau das Prinzip von „MGTOW“ ist und welche guten und schlechten Aspekte sich (meiner Meinung nach) dahinter verbergen, zeige ich im heutigen Artikel auf.

 

Was ist MGTOW? Was kann man für einen Nutzen daraus ziehen?

 

Die MGTOW-Community grenzt sich ganz bewusst von der Männerrolle, die uns unsere Gesellschaft vorgibt, ab. Die Männer welche in dieser Gemeinschaft agieren, sagen ganz klar, dass sie nicht als Beschützer, finanzieller Unterstützer und „Babymacher“ auftreten möchten. Dies beinhalte in unserem Staat zu viele Fallstricke für den einzelnen und wird daher abgelehnt. Eine Scheidung z.B. kostet nicht nur viel Geld, der Mann hat auch dabei noch mehr Nachteile als die Frau. Meist bekommt diese das Sorgerecht für die Kinder und kann den Mann finanziell, in Form von Kindergeldforderungen aus schröpfen.

Des weiteren sind die
„MGTOW-Männer“ der Ansicht, dass es größtenteils nur noch männerfeindliche Zicken gibt und das „normalen“ Frauen eine Rarität darstellen. Ich kann einige Punkte dieser Männer verstehen und nachvollziehen. Das MGTOW-Prinzip enthält gute und schlechte Argumente. Dieses beleuchten wir jetzt einmal genauer. Fangen wir mit den Guten an.

 

■ Die „helle Seite“ von MGTOW

 Wie der Name „Men gonig their own way“ schon sagt, ist eines der Prinzipien, sein eigenes Ding zu machen. Sein Leben selbst in die Hand zu nehmen und es so zu führen, dass es einen glücklich macht. Dies predige ich ja auch immer wieder und ist auch Dreh- und Angelpunkt meines E-Books „Ich bin Single, na und?“. Denn wer sein Glück nicht von anderen abhängig macht, wird auch nicht enttäuscht werden, sondern ein unglaublich erfülltes Leben führen, was wiederum attraktiv auf das andere Geschlecht wirkt. Und das gilt für Mann und Frau.

Und wenn man sein eigenes Ding macht und nicht den ganzen Tag Frauen hinterherjagt und nach Sex bettelt, der wird schlagartig interessanter für die Frauenwelt. Daher ist dieser Punkt „Männer gehen ihren eigenen Weg“, ein wirklich nützlicher und guter Ansatz.

Das oben erwähnte Argument mit der Scheidung ist auch nicht ganz falsch. Ich kenne einige Männer die nach einer Scheidung von ihrer Frau und dem Staat bis auf das letzte Hemd ausgezogen wurden und nur noch arbeiten gingen, um ihre laufenden Kosten zu decken. Es ist tatsächlich relativ riskant sich auf eine Ehe einzulassen. Wenn die Frau sich trennt, nimmt sie meist die Kinder mit und hat Anspruch auf finanzielle Hilfe vom Vater. Das ist im Grunde auch keine schlechte Sache, doch es gibt Frauen die dies gezielt ausnutzen und sich somit ein recht entspanntes Leben machen, während das des Mannes zur Dauerbelastung wird.

Wie man aber in meinem Artikel „Warum wir oft an die falsche Person“ sieht, kann die ganze Geschichte auch umgekehrt und zu lasten der Frau passieren.

Aber es stimmt schon. Wer die feste Bindung meidet, hat weniger Ärger am Hals. (Was jetzt natürlich nicht heißen soll, dass die Ehe nur Ärger und Probleme verursacht.)
Ich zumindest kann also einem Teil von MGTOW zustimmen. Aber das ganze Thema hat auch seine Schattenseiten.

 

■ Die „dunkle Seite“ von MGTOW

Allen nachvollziehbaren Gründen zum Trotz, treten aber auch weniger gute Dinge bei MGTOW in Erscheinung. MGTOW zeige angeblich das „wahre“ Wesen der Frau auf, welches überwiegend negativ und zickig dargestellt wird. Wenn man mit so einer Ansicht nach draußen geht und jede Frau als unerträgliche, gefährliche Emanze ansieht, ist es doch eigentlich schon fast vorprogrammiert das Männer mit solchen Ansichten keinen Erfolg bei Frauen haben.
Wer jede Frau gleich erst einmal als „böse“ abstempelt, braucht sich nicht zu wundern, wenn ihm nur negatives entgegenschlägt.

MGTOW bietet auch kaum richtige Lösungen an, sondern suggeriert mir (außgehend von dem was ich bisher in Erfahrung gebracht habe) das man Frauen ignorieren und sich von ihnen fernhalten sollte, wenn man glücklich sein will. Zumindest so lange bis sie sich wieder vernünftig verhalten.

In Anbetracht des inzwischen aufkommenden, durchgeknallten Feminismus, welcher jeden Mann quasi verurteilt und als etwas Schlechtes ansieht, ist es ein nachvollziehbarer Gedanke, sich von Frauen zu distanzieren. Aber alle komplett über einen Kamm zu scheren ist definitiv nicht die Lösung für die Probleme. Denn im Grunde genommen suchen die
„MGTOW-Männer“ so ja nur die Fehler bei den Frauen und nicht auch mal bei sich selbst. Genau das wäre aber ein guter Schritt. Denn sowohl Frauen als auch Männer machen Fehler in ihrer Handlungsweise.

Mit den meisten Punkten von MGTOW umgeht man also nur die Probleme, anstatt sie zu beheben.

 

■ Mein Fazit

Ich kann den Ursprung bzw. die Grundlage auf der die MGTOW-Community entstanden ist, durchaus nachvollziehen. Und es finden sich auch ein paar wirklich gute Punkte in diesem Konzept. Aber viele driften von „ihrem eigenen Weg“ doch etwas ab. Von den MGTOW-Leuten, mit denen ich mich unterhalten habe, kamen mir die meisten leider wie schwächliche Männer vor, welche aufgrund einer Enttäuschung sehr von einer Frau verletzt wurden und nun Trost in MGTOW suchen. Oder aus Frustration, weil es mit den Frauen einfach nicht funktioniert und sie zum Dauersingle mutiert sind, suchen sie die Schuld nicht bei sich, sondern ausschließlich bei den „bösen“ Frauen.

Beim nächsten Misserfolg lag es dann einfach nicht an dem Mann, sondern an den zickigen Frauen, von denen es ja angeblich so viel mehr gibt als von den „normalen“. Meist haben aber genau diese Männer nur eine geringe Anzahl an Frauen kennengelernt und urteilen aus einer völlig verfälschten Sicht heraus. Kaum einer scheint seine Persönlichkeit ordentlich entwickelt zu haben. Aber genau das wäre die Lösung. Wenn jeder (Mann und Frau) sich nur um seinen/ihren Mist kümmern und an sich selbst arbeiten würde, ließen sich viele Probleme auflösen bzw. würden gar nicht erst entstehen.

MGTOW kann für einige Männer nützlich sein, sofern die guten Punkte verfolgt und umgesetzt werden.

Ja, es gibt viele Frauen die einen schlechten Charakter haben. Genau so viele Arschlöcher gibt es aber auch auf der Seite der Männer. Es gibt dazwischen, aber auch einige gute Leute, die aber aus unserer Sicht eher selten sind. Ein ergänzender Artikel zu diesem Thema wäre:
"Stehen Frauen nur auf Geld?"

 

 Abschließen möchte ich diesen Artikel mit einem passenden Zitat, welches von Sean Connery im Film „Der Name der Rose“ geäußert wird, beenden:

"Wie friedlich wäre doch das Leben ohne die Liebe, Adson. Wie ruhig, wie sicher... und wie öde."

 

-Williasm von Baskerville (Sean Connery), Der Name der Rose, Film von1986