Unzufriedenheit - Ursachen und Lösungen

Trotz stetiger Verbesserung unseres Lebens und zahlreicher Erleichterungen, wird die Anzahl an unzufriedenen Menschen immer größer. Warum eigentlich? Es liegt zum Teil an den unzähligen Möglichkeiten die uns heutzutage offen stehen. Klingt paradox? Wie und warum du dich mit zu viel Auswahl selber unzufrieden machst, ist daher mein heutiges Thema.

 

Unzufriedenheit nimmt in unserer Gesellschaft immer mehr zu.

 

Nie zuvor hatten wir Menschen so viele Möglichkeiten unser Leben zu gestalten, wie in unserer Generation. Und noch nie waren so viele Menschen mit ihren Leben so unzufrieden. Die sich heute bietenden Möglichkeiten haben inzwischen in unserer Gesellschaft Standards geformt an denen wir uns täglich messen und welche wir erreichen wollen, um endlich glücklich zu sein.

 

Reichtum, Ansehen, ein riesiger Freundeskreis, Sex, Bestätigung, Aufmerksamkeit usw. sind alles angebliche Dinge, die du haben musst, um ein Gewinner zu sein. Doch schaut man in die Realität, so machen diese „Ziele“ eher unzufrieden statt glücklich. Man braucht dazu nur mal in die Glamour-Welt der Stars und Sternchen schauen. Alkohol, Drogensucht, Scheidungen usw. sind sehr häufig anzutreffen.

Zwei bis drei gescheiterte Ehen, psychische Probleme und sonstige Entgleisungen sind oft das Endergebnis, wenn man von allen Zuviel hat. So geil scheint Ruhm und Reichtum also nicht zu sein.


Aber bleiben wir jetzt mal bei den „Normal-Sterblichen“. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und braucht daher immer wieder etwas Neues und Besseres. Wer ungezügelt seinem Verlangen nachgeht (ganz gleich in welchem Bereich) wird immer mehr wollen, ohne jemals wirklich zufrieden zu sein. Und genau da liegt auch schon eines der Hauptprobleme unserer Unzufriedenheit.

 

 

■ Unzufriedenheit aufgrund von Zuviel

Jeder will alles und das sofort. Unsere Möglichkeiten im Alltag sind gewaltig gestiegen und machen alles nur im ersten Moment besser.
Die eigene Unzufriedenheit beginnt bei uns schon mit Kleinigkeiten. Nehmen wir nur mal ein ganz banales Beispiel. Früher hatte jeder eine Lieblingssendung und diese liefen immer nur an bestimmten Tagen und zu bestimmten Zeiten. Wer dieses Zeitfenster verpasst hat, konnte das verpasste häufig nicht so schnell nachholen.

Wenn man heutzutage diese Sendung oder eine bestimmte Folge davon noch einmal sehen möchte, geht’s ab ins Internet und wird dort bei einem Versandhandel gleich gekauft. Oder ein Stream gesucht und direkt online angeschaut.

Das mag sich auf den ersten Blick wie eine super Verbesserung anhören. Doch dadurch das es immer und jederzeit für dich erreichbar ist, verliert es etwas von seiner Besonderheit. Die Spannung ist deutlich abgeschwächt und wir konzentrieren uns auch nicht mehr so sehr auf den Inhalt. Denn wir wissen, dass wir es ja schnell nachholen können, falls wir die Hälfte nicht mehr ganz mitbekommen haben.

Ich erwische mich häufig selbst beim Filme gucken und dabei immer mal wieder auf das Smartphone schaue und ich den Inhalt nicht mehr ganz so intensiv verfolge. Manchmal schalte ich auch mitten drin ab. Ich kann den Film ja jederzeit weiter schauen, tue es aber so gut wie nie. Das Unterbewusstsein ist von so etwas genervt, da etwas nicht nach unserer Erwartung verlaufen und zudem unvollständig beendet worden ist. Kaum habe ich also den Film zu Ende geschaut oder abgebrochen kommt eine Unzufriedenheit in mir hoch gekrochen.

 


Artikel Empfehlung:

"10 wichtige Dinge, die du wissen solltest."

Ein Artikel, der dir ergänzend zum Thema "Unzufriedenheit", weitere interessante Infos bietet.


Genau so findet man dieses „Ich kann dann ja immer noch...“-Problem in unseren sozialen Medien. Noch nie war es so leicht mit anderen in Kontakt zu bleiben und noch nie haben wir uns so einsam gefühlt mit unseren Accounts.Bekannte und Freunde werden in einer Freundesliste abgespeichert und damit ist der Fall für viele erledigt. Man kann sich ja nun jederzeit schreiben und verabreden, tun dies aber nicht. Oder anstatt sich zu treffen wird kurz mal ein Satz in Form einer Textnachricht ausgetauscht. Dadurch verlieren wir auf Dauer aber die wahre Verbindung zueinander. Und das macht uns ebenfalls unzufrieden.

Mehr zu dem Thema Freizeitstress durch Social-Media, findest du in meinem Artikel: „Arbeitsstress und Freizeitstress.“

Außerdem erhalten wir durch unsere Online-Aktivitäten zu viele Informationen über andere Menschen. Wer gerade wo Urlaub macht (den du dir nicht leisten kannst), wer gerade mit wem einen romantischen Abend verbringt (während du alleine Zuhause vor dem Computer sitzt) und was das Mädel das dich abgewiesen hat, gerade so unternimmt (was es dir schwerer macht sie loszulassen) usw.

Es ist auch kein Geheimnis mehr, dass der heutige Pornokonsum gerade uns Männern schadet. Völlig falsche Vorstellungen werden vermittelt und die permanente Verfügbarkeit der Filmchen, lassen uns abstumpfen und das mündet ebenfalls wieder in Unzufriedenheit.

Frauen werden über die Sozialen-Netzwerke täglich angemacht und sind daher schon von uns Männern genervt und reagieren meist gar nicht auf unsere Nachrichten.

Und so gibt es zahlreiche Beispiele die unsere Reizüberflutung durch diesen schnellen Informationsaustausch verdeutlichen. Es ist einfach zu viel.

 

■ Unzufriedenheit nach Plan?

All diese Infos und die Überidealisierung (in denen so etwas wie Liebe und Beziehungen völlig überbewertet werden) geben dir das Gefühl ein Verlierer zu sein und in bestimmten Bereichen deines Lebens versagt zu haben.

Viele bauen daher für sich eine Fassade auf um die Bereiche in ihrem Leben, die nicht so laufen wie es der Standard unserer Gesellschaft für richtig hält, zu überdecken.

Und dann heißt es nur noch den Idealen hinterherzujagen. Und da du nicht bei anderen Menschen anecken willst, verfolgst du diese Ideale, egal ob sie zu dir und deinem Leben passen. Unzufriedenheit ist hier vorprogrammiert.

Der reguläre Ablauf, den du zu durchlaufen hast, um in unserer Gesellschaft gut dazustehen und nicht anzuecken wäre folgender:

Geh studieren, damit du einen sehr gut bezahlten Job bekommst. Ob du den jetzt magst, spielt keine Rolle. Mit deinem Job sparst du nun auf dein Eigenheim und hast hoffentlich eine hübsche Freundin an deiner Seite, denn auf deiner To-do-Liste steht noch das du Kinder haben musst, um glücklich zu sein. Und vergiss nicht die Hochzeit, du weißt schon, diese teure Veranstaltung wo man Kleider, die man nur einmal trägt, zu völlig überteuerten Preisen kauft.

Wenn du das alles erreichst, wirst du glücklich sein und nicht als jemand angesehen werden, der aus der Reihe tanzt. Das dich diese Punkte auf dieser To-do-Liste allerdings sehr viel Zeit und Geld kosten bemerkst du nicht oder erst dann, wenn es zu spät ist noch etwas aus sich zu machen.

Es ist kein Zufall das uns die eben genannten Punkte, welche uns immer wieder vor die Nase gehalten werden, Zeit und Geld kosten. Du sollst beschäftigt sein. Nicht über andere Dinge nachdenken. Bloß nicht dein eigenes Leben leben. Sei lieber wie die Masse die immer unzufriedener mit sich selbst wird.

Verstehe das jetzt nicht falsch, wenn dir bei dem Gedanken, ein Eigenheim zu besitzen, einer abgeht und du das wirklich von dir aus möchtest, ist das auch in Ordnung. Es geht mir jetzt nur darum das es eben nicht für jeden Menschen das Optimum ist.

 

Jeden macht etwas anderes glücklich. Die meisten Menschen sind so eingelullt von unseren gesellschaftlichen Gedanken, dass sie sich selbst gar nicht wirklich kennen und daher nicht erkennen was für ein Leben sie eigentlich wollen und was sie wirklich glücklich macht.

Natürlich kann man das ein oder andere auf dieser Liste verfolgen. Und natürlich kann den ein oder anderen das glücklich machen. Nur sollten nicht alle stumpf diese Liste abarbeiten in der Hoffnung glücklich zu werden.

Wer sich komplett anpasst und brav die Erwartungen anderer erfüllt wird nur selten anecken.

Es gibt dabei nur ein Problem, es macht dich nicht einzigartig.

 

 

■ Einzigartig sein und allen gefallen? Ein Widerspruch.

Darin liegt das größte Problem unserer Unzufriedenheit. Wir zwängen uns in gesellschaftliche Ansichten und können uns nicht wirklich entfalten. Du kannst nicht einzigartig sein und gleichzeitig allen gefallen. Wer sich anpasst und es so vielen Leuten wie möglich recht machen will, wird immer nur als nett, durchschnittlich, uninteressant und als jemand angesehen den man nicht unbedingt kennen muss.
Und das macht dich was? Richtig, unzufrieden.

Wer etwas aus sich und seiner Persönlichkeit macht, wird bei einigen Leuten anecken. Das kommt daher das sie neidisch auf deine Einstellung und dein erfülltes Leben reagieren werden und daher negative Energien übersenden.

Du musst dich daher entscheiden, ob du im Leben mit allen versuchen willst gut Kirschen zu essen oder dein Leben wirklich zu leben und eben nicht immer auf die Zustimmung von allen hoffen zu können. Beides geht nicht. Es ist ein Widerspruch. Beides schließt sich gegenseitig aus. Wer nicht mit der Masse mitschwimmt und sein eigenes Ding macht, wird eben ab und an auf Ablehnung stoßen.

Sieh das Anecken daher eher, als ein gutes Zeichen dafür das du eben kein gleichgeschalteter Roboter bist, der in der Masse völlig untergeht.

Erst wenn wir unseren Zenit im Leben überschritten haben und so langsam aufs Rentner-Dasein zusteuern, merken wir wie wenig wir eigentlich von dem gemacht haben was uns persönlich wirklich erfüllt hätte. Wir haben unsere Wünsche zurückgestellt, um von anderen akzeptiert zu werden.

Unser Wunsch hoch hinaus zu kommen, einzigartig zu sein, etwas Besonderes zu erreichen, haben wir aufgegeben um irgendwelchen Idealen hinterherzurennen, die uns eigentlich nie wirklich zufriedenstellen konnten.

Diese Erkenntnis verursacht oft Depressionen oder die bekannte Midlife-Crisis.
(Interessant ist in diesem Zusammenhang folgender Artikel: "Der beste Lebensberater ist der Tod".)


Von daher wäre es unglaublich wichtig, diese Erkenntnis an einem Zeitpunkt zu erlangen, an dem du noch etwas an deiner Situation und deinen Leben selbst ändern kannst. Die Unzufriedenheit ist nur ein erstes Anzeichen dafür das du dich auf dem falschen Weg befindest.

Schaue also genau wer oder was bei dir Unzufriedenheit auslöst und behebe dieses Hindernis, das dich davon abhält, die Dinge im Leben zu sehen die dich wirklich glücklich machen.