■ Verliebt in die beste Freundin / den besten Freund. Was soll ich tun?

Dies ist eine der häufigsten Fragen, die ich im Laufe der Zeit gestellt bekommen habe. Du bist in deine(n) beste(n) Freund(in) verliebt, traust dich aber nicht es zu sagen, da du Angst davor hast, eine Abfuhr zu bekommen. Und du willst auch nicht die Freundschaft von euch beiden gefährden. Was also unternimmst du in solch einer Situation am besten?

Freundschaft zwischen Mann und Frau. Doch was tun wenn man in den besten Freund / Freundin verliebt ist?

 

Diese Thematik habe ich zwar auch schon in meinem E-Book „Ich bin Single, na und?“ behandelt, gehe hier aber gern noch etwas auf das Thema, "Verliebt in die beste Freundin / den besten Freund", ein.

 

Nehmen wir dazu einfach mich als Beispiel, da ich selbst schon ganz grandios an diesem Problem gescheitert bin. Und leider erst danach die nötige, richtige Antwort gefunden habe. Nachher ist man halt immer schlauer.

 

Während meiner Zeit an der Berufsschule, verliebte ich mich ziemlich extrem in eine Mitschülerin, mit der ich bereits gut befreundet war. Als mich dann also die Gefühle überkamen und ich Tag und Nacht, nur noch an sie denken konnte, kamen die Fragen auf: Wie und wann sage ich es ihr?

 

Auch unsere bisherige Freundschaft bedeutete mir etwas und ich wollte diese nicht so einfach aufs Spiel setzten. Denn nach solch einem emotionalen Geständnis, ist das Verhältnis zu einander einfach irgendwie anders. Man kann ab solch einen Punkt nicht mehr so einfach mit der Freundschaft weitermachen wie bisher.

 

Ich wollte also die freundschaftliche Verbindung nicht ankratzen und sagte erst einmal nichts. Ich hatte die Hoffnung, dass sie sich auch in mich verliebt und die ganze Sache sich dann von alleine klärt. Ob das eine gute Idee war?

 

■ Verliebt und verloren

 So vergingen also die Wochen und ich umschwärmte sie liebestrunken und erwartete, dass sich die beidseitige, große Liebe nun bald einstellt.

 

Man hatte inzwischen nun schon so vieles, gemeinsam erlebt, dass es nur noch mit einem „Happy End“ ausgehen konnte.

 

Mit alberner Eifersucht reagierte ich jedesmal, wenn ein anderer sich (meiner Meinung nach) zu gut mit ihr unterhielt. Ich zickte herum, wenn sie mich zu wenig beachtete und wurde so insgesamt immer unzufriedener (und auch unattraktiver).

 

Aus Wochen wurden nun schon Monate und ich verliebter Feigling, der ich damals war, hatte immer noch nichts gesagt und rannte meinen Hoffnungen hinterher.

 

Diese Hoffnungen zerschmetterten an dem Tag, als sie mir ihren neuen Freund vorstellte. Ich glaube du kannst dir gut vorstellen, was das für ein "Faustschlag ins Gesicht" für mich war. Genau das sind die Konsequenzen, wenn man in eine Freundin oder einen Freund verliebt ist und es einfach nicht abklärt. Umso länger du wartest, umso schmerzhafter wird es.

 

Aber ich hatte mich im Laufe der Monate derart auf sie eingeschossen, dass ich ihr selbst dann noch hinterherrannte. Immer wenn ihr neuer Freund gerade keine Zeit hatte, durfte ich dann wie der tanzende Affe, an ihre Seite treten und den Tag mit ihr verbringen.

 

Doch auch das machte natürlich immer unzufriedener. Mir ging es inzwischen gefühlsmäßig so schlecht, dass mir zu diesem Zeitpunkt irgendwie fast jeder (außer meiner Angebeteten) sofort ansah, was mich bedrückte.

■ Wie man am besten Zeit verliert

 Nach unglaublichen 1 ½ Jahren(!), traf ich mich mit der Freundin, in die ich mich verliebt hatte, um die Sache endlich zu klären.(Obwohl es inzwischen eigentlich nicht mehr viel zu klären gab.)

 

Wir verbrachten den Tag miteinander und erst als sie Abends schon in ihr Auto stieg und sich verabschiedete (ja, ich hatte noch immer nichts gesagt), stoppte ich sie und meinte, dass ich ihr noch etwas sagen müsse. Mein Magen verkrampfte sich und nur zitternd gestand ich ihr endlich meine Gefühle und das ich schon lange in sie verliebt bin.

 

Etwas überrascht von dieser Aussage (ich hatte mich ihr gegenüber, immer nur wie ein guter bzw. der beste Freund verhalten.), machte sie mir aber klar, dass ihrerseits kein Interesse, an mehr, als nur Freundschaft bestand. Wir redeten noch eine Weile und dann verabschiedete sie sich und fuhr nach Hause. Ich hingegen stürzte in ein tiefes Loch.

 

Nicht nur die Zurückweisung schmerzte, sondern auch die Tatsache, dass man im Prinzip 1 ½ Jahre seines Lebens mehr oder weniger verschwendet hatte. Was tat ich nicht alles für sie? Was hat man nicht alles zusammen erlebt? Wie verliebt ich doch in sie war. Was hatte ich nur für Hoffnungen gehabt. Und die ganze Zeit, die ich in dieses Theater investiert hatte.

 

Alles nur, um dann Nachts alleine, wie ein Häufchen Elend, auf dem Parkplatz da zu stehen. Nun hatte ich alles verloren. Die Chance auf eine Beziehung mit ihr war schon vor Monaten verstrichen und nun würde die Freundschaft sich auch langsam auflösen.

■ Wer ist Schuld an dem Schlamassel ?

Es dauerte etwas, bis ich darüber hinweg war und erkannte, wer hier Fehler gemacht hatte und wen hier die Schuld traf.

Nur einen, nämlich mich.

 

Ich allein war für den ganzen Mist verantwortlich. Hätte ich es dieser Freundin einfach in den ersten Tagen erzählt, wäre die Sache (unabhängig davon, ob sie ja oder nein gesagt hätte) in kürzester Zeit geklärt gewesen. Ich hätte mich emotional nicht so lange Zeit damit fertig gemacht.

 

Außerdem wären die darauffolgenden Monate, bestimmt deutlich erfreulicher verlaufen. Man wäre offen für neues gewesen. Ich hätte so viele andere Dinge machen können. Ich hätte mir z.B. eine andere Freundin suchen sollen. Das wäre deutlich besser (und attraktiver) gewesen, als das kleine traurige Etwas zu spielen, was sich vom Leben ungerecht behandelt fühlte.

 

■ Was also solltest du in solch einer Situation am besten unternehmen?

Ganz klare Antwort: die Freundin / den Freund, in welche(n) du verliebt bist, so schnell wie möglich davon in Kenntnis setzten, dass du in sie/ihn verliebt bist. Trage es nicht zu lange mit dir herum. Es wird nicht den perfekten Moment dafür geben. Verabrede dich mit der Person und lasse sie noch am selben Tag wissen, was du für sie empfindest.

 

Und ja, die Freundschaft wird sich dadurch verändern, abschwächen oder langsam im Sande verlaufen. Aber du kannst es nicht anders lösen. In dem Moment, wo du in deine beste Freundin/ deinen besten Freund verliebt bist, kann man doch schon nicht mehr von einer Freundschaft sprechen. Denn du willst ja mehr als das. Was also verlierst du dabei wirklich? Nichts.

 

Es gibt nur diese zwei Möglichkeiten: Klartext reden oder dich Gefühlsmäßig fertig machen.

 

Einige widersprechen jetzt vielleicht und meinen das einige trotzdem befreundet geblieben sind. Das ist aber selten und mal ganz ehrlich, willst du dabei zuschauen, wie dein Schwarm mit jemand anderem im 7. Himmel schwebt? Willst du auf Partys zusehen wie sie zusammen Spaß haben während du, wie das fünfte Rad am Wagen, daneben stehst? Willst du dabei zusehen, wie beide glücklich, Hand in Hand, ihre Zeit genießen? Macht dich das glücklich? Nicht wirklich, oder? Denn du willst doch der / diejenige sein, der/die diese tolle Zeit erlebt.

 

Es ist zwar schön für die andere Person, wenn sie ihr Glück mit jemanden gefunden hat, aber willst du dann wirklich als der beste Freund / beste Freundin auftreten und das Glück beobachten, anstatt es selbst zu erleben?

 

Du sollst auch nicht versuchen, die beiden wieder auseinander zu bringen. Das einzige, vernünftige was du dann noch tun kannst, ist dich von der Person, in die du verliebt bist, zu distanzieren. Oder willst du ernsthaft eine Freundschaft, krampfhaft aufrechterhalten?

 

Glaube mir, das geht auf Dauer nicht gut. Von daher sage, was du fühlst und wenn du eine Absage bekommst, dann lass die Person gehen. Laufe ihr nicht hinterher. Das funktioniert nicht.

Hat es noch nie und wird es auch nie.

 

Der Schritt ist nicht ganz leicht und die Antwort gefällt dir jetzt in diesem Moment nicht, aber du wirst mit der Zeit erkennen, dass es der richtige Weg ist.

 

Je länger du wartest, umso tiefer versinkst du in der „Freundschaftsschublade“ (Friendzone). Und umso mehr Zeit vergeht, desto unwahrscheinlicher wird eine Beziehung mit der Freundin / dem Freund, in die / den du verliebt bist.

 

Ich wünsche dir jetzt viel Mut und Kraft, bei deinem bevorstehenden Liebesbekenntnis. Traue dich, sage deinem Schwarm, was du empfindest und erlöse dich damit von deinem Gefühlschaos.

 

 

(Wie man eine Person, in die man verliebt ist, gehen lässt bzw. wie man mit einer Absage umgeht und woran man erkennt, ob es überhaupt der/die Richtige ist, erfährst du in meinem E-Book „Ich bin Single, na und?“.)