Warum Schule dich ausbremst

Innere Unzufriedenheit, die du nicht genauer definieren kannst? Ein Job, welcher dir gutes Geld bringt und dich dennoch nicht glücklich macht? Das geht vielen so, aber nur die wenigsten erkennen die Ursachen dafür. Es ist manchmal eben wichtig NICHT an seinen Schwächen zu arbeiten. Was genau ich damit meine, soll dir dieser Artikel näher bringen.

 

Schule sollte deine Stärken unterstützen und nicht nur auf deine Schwächen hinweisen.

 

Du hast richtig gelesen. Nicht an seinen Schwächen zu arbeiten kann dich im Leben voranbringen und glücklich machen. Was hat das ganze jetzt aber mit der Unzufriedenheit im Job und dem Schulsystem zu tun? Und woher kommt das Gefühl ein unerfülltes Leben zu führen? Ganz einfach, wer sich auf seine Schwächen fokussiert und nur an diesen arbeitet, trifft falsche Entscheidungen in seinem Leben und schlägt Wege ein die wegführen von Glück und Zufriedenheit. Fangen wir also da an wo die Probleme beginnen, in unserem Schulsystem.

 

Das Schlechte am Schulsystem

Was soll so hinderlich am Lernen und der Schule allgemein sein?
Am Allgemeinwissen und dem grundlegenden Wissen rund um Mathematik und Rechtschreibung ist natürlich nichts falsch. Das Problem ist viel mehr, dass die Schule nur auf die Schwächen der Schüler schaut und sie immer wieder auf diese hinweist. Die individuellen Stärken des Einzelnen werden und können gar nicht ordentlich gefördert werden. Denn die Anforderungen müssen ja in einem gewissen Rahmen bleiben, um einige Schüler nicht zu überfordern. Damit bremst man aber die anderen wiederum aus. Und am Ende verlässt der Großteil die Schule angepasst bzw. auf den Durchschnitt getrimmt.

Bis auf wenige Ausnahmen ist dann keiner mehr so wirklich herausragend auf einem bestimmten Gebiet.

Jemand, der z.b. in Physik hervorstechende Leistungen bringt, sollte doch lieber verstärkt in dieser Richtung gefördert werden, anstatt ihn auf seine nur befriedigenden Leistungen in Deutsch hinzuweisen.

Generell hält uns die Schule immer nur unsere Schwächen vor Augen und erwartet das wir nur an diesen Arbeiten. Wundert es dich da noch, das so viele Schüler/innen keine Lust am Lernen haben?

Und so setzt sich die Problematik dann im weiteren Leben fort. Da viele ihre Stärken nicht genau ausloten und fördern konnten, landen sie meistens in Berufen, welche sie nicht wirklich erfüllen.

Was glaubst du würde wohl mit dem Schüler passieren, der so Physik begeistert ist, seine ganze Energie aber in seine Schwäche, das Fach Deutsch, steckt? Theoretisch wäre er vielleicht ein Top Bewerber für ein Weltraumunternehmen. Aber er wird mit seiner Bewerbung immer gegen die wirklich herausragenden Anwärter verlieren. Warum sollte man auch jemanden mit durchschnittlichen Leistungen einstellen, wenn man doch jemanden mit fantastischen Leistungen in Physik bekommen kann? Ob dieser nun wunderschöne Romane verfassen und die Struktur seiner Sätze analysieren kann oder nicht, interessiert das Weltraumunternehmen dabei herzlich wenig.

Noch ein Beispiel:
Eine Schülerin, die für ihr Leben gern zeichnet, der aber Mathematik nicht so leicht fällt. Wäre es nicht sinnvoller ab einem gewissen Punkt den Fokus auf ihr Talent zu legen? Meist haben aber auch die Eltern eine andere Vorstellung davon was ihr Kind eines Tages machen sollte. So kommt es, dass ihre Eltern sie in das Familienunternehmen, ein kleines Reisebüro, integrieren wollen. Es wird nun also an der Mathe-Schwäche gearbeitet, welche sie im Büro behindern würde.

Und eines Tages sitzt die Tochter dann im Reisebüro der Eltern und muss die Finanzen mit verwalten. Sie hat jetzt also täglich mit der unbeliebten Mathematik zu tun. Das dieser Job die kunstbegeisterte Schülerin dann immer unzufriedener macht und dieser Umstand zu sehr viel Stress mit ihren Eltern führen wird, ist dann nicht mehr verwunderlich.

Wer in seinen Stärken nicht gefördert wird, weiß später nicht was er mit seinen Fähigkeiten anfangen soll. Manche erkennen ihre Stärken gar nicht erst und treffen dann bei der Berufswahl immer wieder Entscheidungen die ihrem Innersten eigentlich widersprechen. Und genau das ist für einen Menschen extrem ungünstig, weil dieser dann mehr oder weniger durch sein Leben stolpert, ohne irgendetwas aus sich zu machen.

 

Schule sollte Stärken und Interessen der Schüler fördern.

Was würde passieren wenn...

 Wo würdest du jetzt stehen, wenn deine Stärken schon während deiner Schulzeit sinnvoll gefördert worden wären?
Nehmen wir einmal an das Schulsystem würde verändert werden. Bis zur 6.Klasse werden die Kinder normal unterrichtet, um ihnen das wichtigste aus den Grundfächern beizubringen. Ich denke es ist klar das jeder Lesen, Schreiben und Rechnen können sollte.

Doch braucht z.B. ein Mädchen das ein großes Interesse an Umwelt und Tieren hat (und einen entsprechenden Berufsweg einschlagen wird) wirklich die Kenntnis darüber, wie eine Sinus und Cosinus Kurve berechnet wird? Nein. Also sollte sie mehr Schulstunden mit Biologie und Heimatkunde verbringen.

Der Mitschüler, welcher in Informatik den anderen weit voraus ist, sollte dagegen lieber mehr Stunden für dieses Fach erhalten. Denn was nützt ihm das Wissen aus welchen Bestandteilen Fettsäuren bestehen? Nicht viel.

Daher werden dann die Schüler in den Fächern weiter gefördert in denen sie bereits sehr gute Leistungen erzielt haben. Welchen Beruf sie später wählen werden steht natürlich nicht 100% fest, aber sie kennen beim Verlassen der Schule dann genau ihre Stärken sowie Interessen und können so viel besser Entscheiden, welchen Weg sie in der Arbeitswelt einschlagen möchten.

Wie sieht es nun bei dir aus? Trifft es auf dich zu, dass du das Gefühl hast, nicht im richtigen Job zu sein? Gibt es da so eine "Unerfülltheit" welche dich stört? Eventuell liegt es genau daran das du in deiner Schulzeit immer nur auf deine Schwächen hingewiesen wurdest.

Überlege einmal selber welche Stärken und Interessen du hast und ob diese weiterentwickelt wurden. Befindest du dich gerade in einem Arbeitsverhältnis, das deinen Fähigkeiten entspricht? Was waren deine Lieblingsfächer? Oder wofür bekommst du gute Rückmeldungen von Leuten? Kannst du vielleicht gut mit Holz arbeiten? Maschinen reparieren? Wo sind die Leute von dir begeistert?

Stelle dir diese Fragen erkenne so, was wirklich dein Ding ist. Jemand der Experte darin ist Autos zu reparieren wird, obwohl sein Zeugnis insgesamt nicht so gut aussieht, wird in einer Werkstatt dennoch als unverzichtbar betrachtet werden und so einen sicheren Arbeitsplatz haben. Ganz im Gegensatz zu dem Mitarbeiter, welcher ein gutes Zeugnis hat, aber in nichts so wirklich ein Experte ist. So jemand durchschnittliches ist Austauschbar und wird früher oder später ausgetauscht werden.

Versuche nicht in allen perfekt zu sein. Stich lieber mit deinen Stärken hervor und hebe dich so von der Masse ab.

 

Alle Schwächen ab jetzt ignorieren?

Welche Schwächen sollte ich bearbeiten und welche sollte ich outsourcen?
Schwächen in deiner Persönlichkeit (wie Eifersucht, Neid, Gier, Schüchternheit...usw.) die dein Leben stark negativ beeinflussen, sollten bearbeitet werden. Andere Schwächen, die sich auf deine Fähigkeiten beziehen sollten dagegen mit Unterstützung ausgeglichen werden. Du holst dir doch auch einen Steuerberater zur Hilfe, wenn du die Steuererklärung erstellen musst, aber weder Ahnung noch Zeit hast dies ordentlich zu erledigen, oder?

Du musst nicht alles können und perfekt in allem sein. Das geht, wie schon einmal erwähnt, nämlich nicht.

Stecke nicht deine ganze Energie und Zeit in das Beseitigen von all deinen Schwächen. Investiere lieber in deine Stärken.

Es gibt auffällig viele erfolgreiche Menschen, die sehr deutliche Stärken und Schwächen haben. Steve Jobs zum Beispiel war bekannt dafür ein unangenehmer Boss zu sein, dessen soziale Fähigkeiten seine größten Makel darstellten. Er war teilweise herablassend, unverschämt und dreist. Von Programmierung hatte er auch nur wenig Ahnung und dennoch erschuf er durch sein Verkaufstalent, seine Unternehmensführung und Hartnäckigkeit, mit Apple eines der bedeutendsten und einflussreichsten Unternehmen auf diesem Planeten.

 

Er konnte nicht alles. Er hatte auch Schwächen. Aber eben diese Schwächen glich er damit aus, das er die entsprechenden Leute für sich arbeiten ließ.
Die ganze Programmierung, die den Kern des Erfolges darstellte, kam z.B. von seinem langjährigen Freund Wozniak. Jobs vermarktete das ganze eben nur sehr erfolgreich.

Du musst als Unternehmensführer nicht alles können und wissen, du musst nur die richtigen Leute für dich arbeiten lassen. Die, welche deine Schwächen wieder ausgleichen.

Offensichtliche Schwächen, die dich stark einschränken sollten von dir angegangen werden. Alle anderen kannst du getrost zur Seite schieben und lieber an deinen Stärken arbeiten. Mein Lieblingsfilm „Fight Club“ hat das einmal sehr gut auf den Punkt gebracht. Ich zitiere daher hier wieder eine von Tyler Durdens „Weisheiten“:

„Ich sage: Fühle dich nie vollständig, ich sage: Schluss mit der Perfektion, ich sage: entwickeln wir uns. Lass die Dinge einfach laufen“.

Und genau so ist es am besten. Höre auf perfekt werden zu wollen. Konzentriere dich lieber auf deine Stärken und entwickle dich so tatsächlich weiter. Versuche nicht ständig dich anzupassen. Denn nur das wird dich glücklich machen und dir ein erfülltes Leben bescheren.