Was genau ist Zeit? -Teil 2-

Im letzten Teil über die Zeit haben wir uns mit den Aspekten befasst die auf Beobachtungen basieren und als Fakten oder zumindest, treffende Formulierungen festgehalten werden können.

Jetzt kommt der lustige Teil, indem wir wild „herumtheorisieren“ können und wir uns mal ein paar grundsätzliche Fragen, zu der uns hier gegebenen Zeit, stellen sollten.

 

Was genau Zeit ist, schauen wir uns weiter im zweiten Teil meines Artikels an.

Im Universum tickt jede Uhr anders

Läuft die Zeit auf allen Planeten gleich schnell?
Zeit ist nicht absolut und kann schneller oder langsamer laufen.
Gravitation beeinflusst ihr Voranschreiten. Die Uhren die sich z.B. in einem Satelliten befinden und um unsere Erde Kreisen (und somit weniger der Gravitation der Erde ausgesetzt sind) weisen nach einiger Zeit eine winzige Abweichung von der Uhr auf der Erde, mit der sie gleichgeschaltet wurden, auf.

Wenn du also länger jung bleiben willst, müsstest du dich weit von der Erde entfernen. Jenseits unseres Sonnensystems und fern von Gravitation, alterst du langsamer. Wenn du dann allerdings Jahre später zurückkommst, wirst du es keinem dir bekannten Gesicht mehr zeigen können, wie wenig du gealtert bist. Denn alle deine Freunde und Familienangehörigen sind dann eventuell schon tot.

 

Planet Erde

Dieses kuriose Zeit-Problem wurde perfekt in dem Film „Interstellar“(©2014 Warner Bros) wiedergegeben. Dort sucht ein Team von Astronauten, jenseits unseres Sonnensystems, nach einem bewohnbaren Planeten. Die Erkundung gestaltet sich aber schwierig da aufgrund unterschiedlich starker Gravitation der angesteuerten Planeten, die Zeit starke Unterschiede zu der Zeit auf der Erde aufweist. 15 Minuten auf einem Planeten bedeuten z.B. auf der Erde mehrere Jahre. Kleinere Komplikationen die ihren Aufenthalt auf der fremden Planetenoberfläche unnötig in die Länge ziehen, haben fatale zeitliche Auswirkungen. So ist bei der nächsten Kontaktaufnahme zur Erde, die kleine Tochter des Hauptdarstellers bereits erwachsen.

 

 

 

 


Die zeitlichen Differenzen und gigantischen Entfernungen in unserem Universum werden noch lange ein großes Problem für unsere Raumfahrt bleiben.

 


Zeitreisen

Können wir irgendwann tatsächlich durch die Zeit reisen?

Zeitreisen beflügelten schon immer unsere Fantasie. Und die Vorstellung durch die Zeit zu reisen, ist wahrscheinlich eine der faszinierendsten. So utopisch die Idee klingt, sie wird von der Wissenschaft nicht ausgeschlossen, sondern als eine realistische Möglichkeit betrachtet, deren Umsetzung es allerdings noch zu entdecken gilt.

Streng genommen sind diese in physischer Form unmöglich. Denn dein Körper ist ja im hier und jetzt und nicht mehr im Jahre 2003. Wenn es Reisen in die Vergangenheit gäbe, dann müsste ja jeder einzelne Moment deines Lebens irgendwo gespeichert werden. Mehr noch, jeden Moment müsste eine physische Kopie deines Körpers erschaffen werden die sich dann vor dem Zeitreisenden manifestiert und wie ein Video die Bewegungsabläufe machen müsste, die du zu dieser Zeit getan hast.

Mehr noch: Es müsste von allem eine physische Kopie für jeden einzelnen Moment erstellt werden. Sprich, mit jedem Moment musste ein starres Paralleluniversum erstellt werden, in das man dann reisen können sollte.

Genau so stellt sich die Frage, ob man immer nur in die Zeiten reisen könnte, an der sich die Erde gerade an derselben Stelle befand, wo sie jetzt gerade zum Zeitpunkt der Zeitreise befindet? Denn wenn du jetzt z.B. ins Jahr 2003, am 12. März zurückreist und die Erde sich zu diesem Zeitpunkt aber an einer ganz anderen Stelle in ihrer Umlaufbahn befand als jetzt gerade, landest du im Weltall und kannst kurz mal einen entfernten Blick auf unseren blauen Planeten werfen. Denn du hast ja nur die Zeit verändert, nicht aber deine Position im „Raum“. Vielleicht sagt man deshalb, dass man mit einer Zeitmaschine durch Raum und Zeit reist?

Die nächste Frage wäre ob bei einer Zeitreise dein Körper sich ebenfalls verjüngt. Vielleicht würde sich eine Zeitreise auf dein Geburtsjahr beschränken.

Zukunftsreisen werfen ebenfalls einige Fragen auf. Die Zukunft ist ja noch nicht geschehen, existiert also nicht und kann daher auch nicht bereist werden. Eventuell landest du im Nichts und müsstest dann so viele Jahre warten, wie du in die Zukunft gereist bist, um die Zukunft als Gegenwart zu erleben. Aber dann wäre es ja keine Zeitreise mehr.

Und welche Zukunft würdest du dann sehen? Streng genommen die Zukunft, die durch deine Abwesenheit entstehen würde.

Durch die Zeitreise verschwindest du ja vorübergehend aus der Geschichte und die Welt entwickelt sich ohne deine Anwesenheit weiter. Du würdest also vielleicht nur die Zukunft einer Welt sehen wie sie ohne dich entstanden ist und könnest nicht sehen, was aus dir geworden wäre. Denn dazu hättest du ja auf dieser Zeitebene weiter existieren müssen.

 

Wie würde eine Zeitreise wahrgenommen werden? Wie eine Art Zeitreisetunnel?

 

Puh...

Du siehst, in einer physischen Realität stellen sich sehr viele Fragen und Probleme in den Weg. Ich könnte noch ausufernder über Zeitreisen schreiben, aber ich denke, für diesen Artikel war das jetzt schon mehr als genug.

Es sei noch angemerkt, das sich alle Fragen und Probleme sofort auflösen würden, wenn wir in einer Computersimulation leben. Dann nämlich wären Zeitreisen überhaupt kein Problem. Doch das ist wieder ein ganz anderes Thema dem ich ja bereits einen zweiteiligen Artikel gewidmet habe.

 

 

Wie lange lebst du noch?

Würdest du wissen wollen wie viel Zeit dir noch bleibt?
Nehmen wir mal an es gebe die Möglichkeit, das z.B. über deinen Kopf eine Uhr eingeblendet werden kann, welche angibt, wie lange du noch zu leben hast. Dann wüsstest du, wie viel Zeit für all das was du noch vorhast, übrig bleibt. Wäre das ein Vorteil oder eher ein Nachteil?

Einerseits würde dir dann richtig bewusst werden das du deine Zeit nicht verschwenden solltest und du anfängst deine verbleibenden Jahre, Monate, Tage, Stunden, Minuten und Sekunden, sinnvoller zu nutzen. Aber das Wissen um die noch verbleibende Lebenszeit würde viele Menschen wahrscheinlich wahnsinnig machen.

Die Uhr über deinen Kopf wird angeschaltet und zeigt nur noch 2 Jahre, 3 Monate, 17 Tage und 35 Stunden an. Das wäre bestimmt ein Schock und würde die aller meisten Leute wohl eher in ein tiefes Loch der Verzweiflung fallen lassen.

Andererseits wüsste man dann auch, das es sich nicht mehr lohnt den Arsch aufzureißen und arbeiten zu gehen. Fast jeder würde wohl die letzten beiden Jahre dann seinen Job schmeißen und das Geld bis auf den letzten Cent ausgeben, um all die Dinge noch zu erleben, die man schon immer mal machen wollte.

Zeigt die Uhr über deinem Kopf jedoch irgendwas mit 40 Jahre usw. an, würden sich viele erstmal entspannt zurücklehnen. Aber dennoch kann ich mir zumindest gut vorstellen, dass das permanente Wissen um den exakten Todeszeitpunkt einen mehr und mehr verrückt werden lässt.

Das Ganze ist also ein sehr zweischneidiges Schwert. Zu viel Wissen über die eigene noch verbleibende Lebenszeit ist nicht gut, zu wenig aber auch nicht. Die Problematik mündet, dann in zwei Artikel, die ich bereits geschrieben habe. Um mich an dieser Stelle also nicht zu wiederholen, verweise ich hier jetzt auf die beiden:

 


Artikel Empfehlung:

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Es wird Zeit

Zeit ist nicht absolut und dennoch können wir sie nicht verändern.
Wir haben einfach (noch) nicht die Mittel um gezielt an der Zeit herumzuschrauben. An unserer Lebenszeit wird hier und da schon etwas optimiert, doch dem permanenten Voranschreiten des uns umgebenen Zeitflusses des Universums haben wir nichts entgegen zu setzten.

Wir können die Zeit nur wahrnehmen und uns bewusst machen, dass sie nicht ewig für uns laufen wird, dass du, ich und alle anderen Leser(innen) in einigen Jahren nicht mehr da sein werden. Das was wir über unsere Lebenszeit wissen ist vollkommen ausreichend. Ja, wir werden sterben aber wann das sein wird, wissen wir nicht. Und das ist auch gut so, um uns in einem gesunden Geisteszustand zu halten.

Wir müssen nicht unbedingt das Gesamtwesen der Zeit verstehen, wir müssen nur wissen, dass es so etwas gibt. Und dieses Wissen benötigen wir um unser Leben erfüllt und glücklich leben zu können. Jetzt verstehst du vielleicht auch den letzten Satz des Zitates von Leonardo da Vinci, das ich im ersten Teil dieses Artikels wiedergegeben habe: „[...].Gut zugebrachtes Leben ist lang .“

Wer bewusst lebt, der braucht sich nicht davor zu fürchten zu wenig Zeit zu haben. Wer im Hier und jetzt lebt und jeden Tag genießt, wird ein langes, ausgefülltes Leben haben.